Wikileaks-Depesche zum Fall El-Masri - belügt uns "Der Spiegel"?

Der Spiegel ist eine der ausgewählten journalistischen Institutionen (neben u.a. der New York Times und dem Guardian) , denen wikileaks schon vorab einen Blick auf "cablegate" gestattete. Wir, die Öffentlichkeit, erwarten von diesen journalistischen Institutionen, dass sie aus dem riesigen Datenbestand die wichtigen und entscheidenden Depeschen heraussuchen und uns deren möglicherweise skandalösen Inhalt vermitteln, niemand kann schließlich hundertausende Diplomatendepeschen lesen. In der ersten Woche durften wir alle lachen über Teflon-Merkel und den außenpolitischen Anfänger Westerwelle. Aber wirklich investigativer Journalismus war das nicht.

Nun werden einige weitere interessante Details aufgedeckt. Heute berichten die beiden Journalisten Matthias Gebauer und John Goetz empört über eine angeblich die deutsche Politik und Justiz beschämende Angelegenheit: "Deutschland beugte sich Druck aus Washington" (hier). Im Artikel geht es um den Fall El-Masri. Wir erinnern uns: El-Masri war in Mazedonien vom CIA entführt worden, in Afghanistan misshandelt und Monate später, als man erkannte, dass man ihn verwechselt hatte, in Albanien ausgesetzt worden. Ein Verbrechen des CIA, bestens dokumentiert. Als auch der CIA nicht mehr leugnen konnte und überdies die Entführer namentlich bekannt wurden, ergriffen Münchner Ermittler den rechtsstaatlich zutreffenden Weg, Haftbefehle zu erlassen. Natürlich gefiel dies unserer verbündeten Weltmacht nicht, will sie doch angeblich überall auf der Welt die Menschenrechte verwirklichen. Aber, so wollte man diesen Fall wohl eingestuft wissen: Wo gegen die Terroristen gehobelt wird, da fallen halt Späne; El-Masri hat einfach Pech gehabt mit seinem Namen. Natürlich wollte man seitens der USA verhindern, dass die CIA- Mitarbeiter nun mittels internationaler Haftbefehle verfolgt werden. Deshalb wurde beim Bündnispartner diplomatisch Druck gemacht. Dies geschah 2007 ...

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