Kinderpornografie: Richter verliert Ruhegehalt

Ein Richter wurde per Strafbefehl, der rechtskräftig wurde, wegen Besitzes kinderpornographischer Schriften zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilt. Ihm wurde außerdem als Bewährungsauflage eine Geldbuße von 10.000 € auferlegt.

Das Dienstgericht für Richter bei dem Landgericht Karlsruhe hat sodann das förmliche Disziplinarverfahren eröffnet und durch Urteil vom 3. November 2008 dem (Ex-)Richter das Ruhegehalt aberkannt und ihm für die Dauer von 24 Monaten einen Unterhaltsbeitrag in Höhe von 60% des erdienten Ruhegehaltes gewährt.

Hiergegen legte der Betroffene Rechtsmittel ein, über das nun der Bundesgerichtshof in dem Verfahren RiSt(B) 1/09 am 21.10.2010 entschieden und die Revision des Antragsgegners sowie die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision verworfen hat.

Der Verlust des Ruhegehaltes wurde von der Vorinstanz hauptsächlich damit begründet, dass das dem Strafbefehl zugrunde liegende Verhalten des Richters ein schweres Dienstvergehen im Sinne des § 8 LRiG BW, § 95 Abs. 1 Satz 2 LBG BW darstelle, das mit der Aberkennung des Ruhegehaltes zu ahnden sei.

Im Strafbefehl wurde dem Richter folgendes zur Last gelegt:

“In der Zeit ab Sommer 2001 haben Sie unter Nutzung der bei Ihnen sichergestellten drei Computeranlagen (PC-Miditower der Marke [...]; Laptop der Marke [...]; Laptop der Marke [...]) in Ihrer Wohnung im Internet auf insgesamt 909 kinderpornographische Bilddateien, die deutlich unter 14 Jahre alte Jungen und Mädchen bei der Vornahme sexueller Handlungen (Geschlechtsverkehr, Mundverkehr, Analverkehr) zeigen, zugegriffen und auf internen sowie externen Datenträgern abgespeichert bzw. in Papierform ausgedruckt. So haben Sie unter Nutzung des ebenfalls bei Ihnen sichergestellten Druckers der Marke [.. ...

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