Der Krawallanwalt - Haftungsfolgen eines Auslaufmodells

Der Krawallanwalt. Er macht wirklich den Druck, den sein Mandant sich immer gewünscht hat. Ein Erfolgsmodell: Er bürstet den Gegner und dessen Anwalt barsch ab. Ruft ihn “zur Ordnung”. Wie Jack Nicholson es in The Shining (Stanley Kubrick, 1980) vom Barkeeper empfohlen bekommt - nur im übertragenen Sinne natürlich. Schuld am Prozessverlust ist - der Richter, das System, wer auch immer. Denn der Krawallanwalt ist ein Held, aber nur für seinen Mandanten, der eine bestimmte Persölichkeitsstruktur haben muss. Richter und Gegenanwalt sind bestenfalls genervt. Einer vorteilhaften Lösung steht er stets im Weg. Auch für seinen Mandanten. Dafür macht man sich über ihn lustig, hinter seinem Rücken. Seine Erfolgsquote: Unterdurchschnittlich, hinter seinen Möglichkeiten, denn er stimuliert die Kompromissbereitschaft der anderen Seite nicht. Der einzige, der nicht merkt, dass er auf einen Pfau reingefallen ist, ist - richtig: Der Mandant.

Das Bundesarbeitsgericht hat in einem Fall, auf den der Beck-Blog in einem anderen Zusammenhang hingewiesen hat, dieser Spezies einen Blattschuss gesetzt (Urteil vom 10.6.2010, 2 AZR 297/09). Im Arbeitsrecht kommt der Krawallanwalt nicht selten vor. Um Persönlichkeitsstruktur (s.o.) geht’s hier auch. Der Krawallanwalt warf dem Beklagten, oder besser seinem Personalreferenten, vor, dieser habe sich “rassistisch” verhalten. Mehr noch, der Grund liege in dessen “rassistischer Persönlichkeitsstruktur” ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK