Kostenbremse AMNOG? – Neues von der Gesundheitsreform

Am 11. November 2010 hat der Bundestag das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) verabschiedet. Es tritt am 1. Januar 2011 in Kraft und soll die gestiegenen Ausgaben der Krankenkassen für Arzneimittel durch mehr Wettbewerb begrenzen. Neben der inhaltlichen Reform der Erstattungsregelungen dürfte dabei auch die konsequente Stärkung der vergaberechtlichen Kontrollmechanismen eine wichtige Rolle für zukünftige Beschaffungen der Krankenkassen spielen. Dieser Beitrag gibt einen kurzen Überblick über wichtige Neuregelungen.

Instrumente des AMNOG

Das AMNOG enthält ein Paket aus erstens kurzfristig wirkenden Maßnahmen, zu denen insbesondere die Erhöhung der gesetzlich vorgeschriebenen Hersteller- und Apothekenrabatte für Arzneimittel gehören, zweitens grundlegenden strukturellen Änderungen für Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen und drittens Maßnahmen zur langfristigen Stärkung des Wettbewerbs auf Verfahrensebene. Im Zentrum stehen dabei bislang insbesondere die ab nächstem Jahr geltenden neuen Regelungen zur Erstattung der Kosten für kostspielige Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen. Aber auch auf dem Generikamarkt wird der Wettbewerb signifikant gestärkt.

Neues muss nicht teuerer sein: Regeln für Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen

Statt bei dem verordnenden Arzt anzusetzen (wie durch die Budgetierung im Rahmen der Bonus-Malus-Regelung oder durch die Zweitmeinungsregelung) greift der neu eingeführte § 130b SGB V bereits an vorgelagerter Stelle ein. Aus der Erfahrung heraus, dass neue Medikamente nicht zwangsläufig auch die Wirksameren sind, soll der Erstattungsbetrag der Krankenkassen von dem Nachweis eines Zusatznutzens gegenüber bereits verfügbaren Arzneimitteln abhängig sein. Ist der Nachweis möglich, finden Preisverhandlungen über den zu entrichtenden Erstattungsbetrag zwischen dem Hersteller und dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen statt ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK