Der Anwalt als Kunde

Jeder weiß: Wie der Arzt ein unangenehmer Patient ist, so ist der Anwalt ein unangenehmer Mandant: Selbstbewusst, fordernd, rechthaberisch, besserwisserisch; ein Mensch eben, der kein Problem damit hat, aufzustehen, eine ernste Miene aufzusetzen und mit fester Stimme den größtmöglichen Blödsinn zu erzählen. Das ist im Prinzip kein Problem, jedenfalls solange es das Problem anderer Leute ist. Weil der Anwalt ein unangenehmer Geschäftspartner ist, meidet der gemeine Geschäftsmann den Anwalt als Vertragspartner; und auch ich muss zugeben, dass ich meine Wohnung nur deswegen mieten konnte, weil ich meinem Vermieter erzählte, ich arbeite bei einer Bank. Betrug war das nicht, ich zahle ja meine Miete. Aber ich bin nicht so blöd, bei einer derart angespannten Situation auf dem Münchner Mietmarkt meinem Vermieter auf die Nase zu binden, dass ich, wenn ich nur wollte, seine Nebenkostenabrechnung solange auf Fehler überprüfen kann, bis er eher den Müll selber wegfährt, bevor er mir nochmal eine derart überhöhte Abrechnung vorlegt. Aber wie gesagt, eigentlich ist das alles kein Problem und auch ich werde meinem Vermieter keinen Ärger machen, solange die Nebenkostenabrechnung in Ordnung ist. Wenn man mit Anwälten Geschäfte macht, sollten das einfache Geschäfte sein. Keinesfalls kann ich empfehlen mit so komplizierten Dingen wie dem Internet auf Anwälte zuzugehen. „Also meine Kanzlei ist schon lange im Internet, schon seit vielen Jahren“ sagte mir neulich ein Kollege „…und wir sind eigentlich mit unserer Situation im Internet sehr zufrieden. Unsere Internetadresse lautet: ra-kanzlei-mueller-luedenscheid@t-online.de“ ...

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