Was ist eine Online-Scheidung / Internet-Scheidung?

Viele Kanzleien werben im Internet auf Ihrer Homepage oder in speziellen Fachanwaltsverzeichnissen für Familienrecht gerne mit “Online-Scheidung” oder “Internet-Scheidung” und erwecken den Eindruck, sie böten eine besondere Leistung an, die zudem noch kostengünstiger sei. Dass man vorher zum Notar sollte, wird gerne verschwiegen.

Scheidung via Internet bedeutet lediglich, dass die Korrespondenz zwischen Mandant (oder Mandantin) und Anwalt (oder Anwältin) per E-Mail oder Homepage erfolgt. Die Schriftsätze an das Gericht werden wie seit Jahrzehnten auf Papier gedruckt und in die Post gegeben. Und spätestens der Termin vor dem Richter erfordert die persönliche Anwesenheit beider Parteien. Und meistens auch von zwei Anwälten.

Prinzipiell können Mandant und Anwalt bis zum Scheidungstermin nur per E-Mail kommunizieren. Sinnvoller ist allerdings, wenn sich beide die Zeit für ein ausführliches Gespräch in der Kanzlei oder zumindest am Telefon nehmen.

Vielfach hört man auch, für eine Scheidung benötige man nur einen Anwalt. Richtig ist das nur, wenn die Eheleute vorher gemeinsam beim Notar waren. Zunächst benötigt derjenige, der den Scheidungsantrag stellen will, zwingend einen Anwalt. Der andere Ehegatte kann auf den Anwalt nur verzichten, wenn die weiteren Scheidungsfolgen (z. B. Unterhalt, Zugewinn, Ehewohnung) bereits geregelt sind, z. B. durch einen Ehevertrag. Muss der andere also nur “Ja” zum Scheidungsantrag sagen, kann er sich den Anwalt sparen. Soll vor Gericht aber noch Unterhalt oder Zugewinnausgleich rechtswirksam vereinbart oder erstritten werden, verlangt der Gesetzgeber zwei Anwälte ...

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