Heimtücke ist es auch wenn das Opfer Angst vor dem Täter hat

Beim Mordmerkmal der Heimtücke kommt es in der Regel darauf an, ob das Opfer zum Beginn des Tötungsversuchs arglos ist. Ausnahmsweise kommt es aber nicht auf die Arglosigkeit zum Tatzeitpunkt an, wenn der Täter sein Opfer arglistig in eine Falle gelockt hat. Auch eine „auf früheren Aggressionen und einer feindseligen Atmosphäre beruhende latente Angst des Opfers“ beseitigt die Arglosigkeit nicht.

So der BGH in einem aktuellen Urteil, aufbereitet in der aktuellen JuS 2010/12 (JuS 2010, 1116ff)

Der BGH in seinem Urteil (2 StR 503/09) :

Heimtückisch handelt, wer in feindlicher Willensrichtung die Arg- und Wehrlosigkeit des Tatopfers bewusst zur Tötung ausnutzt. Wesentlich ist, dass der Mörder sein Opfer, das keinen Angriff erwartet, also arglos ist, in einer hilf-losen Lage überrascht und dadurch daran hindert, dem Anschlag auf sein Le-ben zu begegnen oder ihn wenigstens zu erschweren. Maßgebend für die Beur-teilung ist die Lage bei Beginn des ersten mit Tötungsvorsatz geführten Angriffs (st. Rspr., vgl. u.a. BGH NStZ 2006, 503, 504 m.w.N.) ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK