Zweierlei Maß

Dass die US-Gerichtsbarkeit in Sachen Schadenersatz mitunter nicht gerade zimperlich entscheidet, ist ja hinlänglich bekannt. Da auch bei uns in diesem Jahr die Frage nach der angemessenen Höhe eines Schadenersatzes bzw einer Entschädigung nach sexuellem Missbrauch heftig diskutiert wurde, lässt folgende aktuelle Meldung dennoch aufhorchen: "Ein Geschworenengericht im US-Staat Delaware hat einem mutmaßlichen Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Geistlichen 30 Millionen Dollar Schadenersatz (knapp 22,9 Millionen Euro) zugesprochen. Es sei bei weitem die höchste Summe, die jemals in einem einzigen Gerichtsurteil im Zusammenhang mit einem solchen Missbrauchsfall angeordnet worden sei, hieß es aus Expertenkreisen am Mittwoch. Der Kläger hatte vor Gericht ausgesagt, er sei als Bub in den 60-er Jahren von einem katholischen Priester sexuell missbraucht worden.

Laut der Entscheidung des Gerichts in der Stadt Baltimore war die Kirchengemeinde St. Elizabeth's in der Stadt Wilmington für den Missbrauch mitverantwortlich und muss dem Kläger daher drei Millionen der insgesamt 30 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Zuvor hatte ein Richter den Priester Francis DeLuca des Missbrauchs an dem Kläger John V. für schuldig befunden. Der 80-jährige Geistliche war 2008 aus dem Priesteramt verstoßen worden. Wegen des wiederholten Missbrauchs an seinem 18-jährigen Großneffen war DeLuca 60 Tage in einem New Yorker Gefängnis gesessen." (APA/dapd)

Mit ca 23 Mio Euro also stufte das Gericht in Baltimore den auf Grund des sexuellen Missbrauches entstandenen Schaden ein. Nun zum Vergleich eine kurze Erinnerung an jene Zahlen von Entschädigungen durch die Kirche, die hierzulande vor wenigen Monaten durch die Medien geisterten:

"Wie es im Entschädigungsmodell heißt, sollen `für Fälle von über mehrere Jahre hinweg fortgesetztem Missbrauch mit Verletzungsfolgen und/oder fortdauernden seelischen Schmerzen´ 25 ...

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