Verkehrsüberwacherin kämpft gegen Abmahnungen

Bei ihren Vorgesetzten unbeliebt gemacht hat sich offenbar eine Verkehrsüberwacherin der Stadt Lohr. Innerhalb kurzer Zeit erhielt die 59-Jährige zwei Abmahnungen, gegen die sie derzeit vor dem Arbeitsgericht in Würzburg kämpft.

Dass die beiden Abmahnungen, eine vom 21. Juli und eine vom 1. November dieses Jahres, der Ausdruck von Problemen der Verkehrsüberwacherin mit anderen Personen in der Lohrer Stadtverwaltung sind, wurde in dem einstündigen Prozess unter Vorsitz von Arbeitsgerichtsdirektor Wolfgang Pohl zwischen den Zeilen schnell deutlich. Was genau der Grund dafür ist, dass innerhalb der Behörde nach den Worten von Rechtsamts-Leiter Hans-Joachim Hüftlein ein „Eskalationsprozess“ im Gange ist, das kam im Prozess nicht zur Sprache. „Ich habe Befürchtungen für die Zukunft“, sagte Hüftlein nur.

Weder er noch die Klägerin wollten auf Nachfrage zu den Hintergründen Stellung nehmen. Fest steht, dass die 59-Jährige, die seit Mitte des Jahres 2003 täglich fünf Stunden auf Lohrs Straßen Knöllchen verteilt, wegen zweier vermeintlicher Pflichtverstöße abgemahnt wurde. „Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen“, sagt sie und will die Abmahnungen aus gutem Grund unbedingt aus ihrer Personalakte gestrichen haben: „Bei der nächsten fliege ich.“

Abmahnung Nummer eins erhielt sie, weil sie nach technischen Problemen bei der Übertragung ihrer Verwarnungen vom mobilen Erfassungsgerät in die städtischen Computer zusammen mit einem Software-Experten einige „Testfälle“ durchführte, um den Fehler zu finden. Dabei wurden auch zwei echte KfZ-Kennzeichen verwendet. Die Klägerin ging davon aus, dass die Test-Knöllchen anschließend wieder aus dem System gelöscht wurden, doch das war nicht der Fall: Zwei PKW-Halter erhielten unberechtigt Bußgeldbescheide der Stadt Lohr. „Das stimmt“, gab die 59-Jährige zu. Sie habe dann die beiden Betroffenen angerufen und sich entschuldigt ...

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