Psychischer kranker Mann muss Waffen abgeben

Vergeblich hat ein Jäger aus dem Kreis Aschaffenburg vor dem Würzburger Verwaltungsgericht darum gekämpft, seinen Jagdschein und seine Waffen behalten zu dürfen. Weil der Mann seit Jahren psychisch krank ist, wies das Gericht seine Klage gegen den Widerruf seiner Waffenbesitzkarten ab.

Fast eineinhalb Stunden wurde über den Fall verhandelt, dabei wäre das gar nicht nötig gewesen: Die Richterin hatte schon bei der Erörterung der Rechtslage zu Beginn darauf hingewiesen, dass schon das Vorliegen einer psychischen Erkrankung laut Waffengesetz die geforderte „persönliche Eignung“ für den Besitz von Schusswaffen zwingend ausschließt. Der passionierte Jäger leidet unstreitig an einer Psychose mit Verfolgungswahn, wegen der er ständig Medikamente einnehmen muss.

Bekannt wurde seine Erkrankung, nachdem er im Mai 2001 im eigenen Heim aggressiv wurde, weil er eine Verschwörung seiner Familie und seiner Firma gegen sich vermutete. Anschließend kam er ins Bezirkskrankenhaus nach Lohr, und seine jagdrechtliche Erlaubnis und die Waffenbesitzkarten gab er freiwillig ab. Ein Jahr später wurde ihm ärztlich attestiert, seine Medikamenten zuverlässig einzunehmen, und das Landratsamt Aschaffenburg erlaubte ihm wieder Jagd und Waffenbesitz.

Zu einem zweiten Vorfall kam es im Juni 2006, als der Kläger zu viele Medikamente eingenommen hatte: Er befürchtete erneut ein nicht vorhandenes Komplott, verbarrikadierte sich in einem Wohnwagen und bedrohte die Rettungskräfte. Damals sah die Behörde sich noch nicht veranlasst, Jagdschein und Waffenbesitzkarten zu widerrufen. Das tat das Landratsamt erst, nachdem der Kläger im Mai 2009 zum dritten Mal für einen Polizei-Einsatz in den eigenen vier Wänden gesorgt hatte ...

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