Die pure Verzweiflung des Abmahnanwalts…

So oder so ähnlich muss man es wohl nennen, wenn ein Rechtsanwalt seinem Mandanten ernsthaft rät, den Wettbewerber wegen der folgenden, die Widerrufsbelehrung einleitenden, Formulierung abzumahnen:

„Verbraucher haben das folgende Widerrufsrecht:“

Als störend und irreführend wurde hierbei der Begriff des Verbrauchers empfunden. Nach Ansicht des abmahnenden Anwalts müsse der Kunde angesichts der Formulierung selbst feststellen, ob er als Verbraucher anzusehen sei und ob ihm deshalb das genannte Widerrufsrecht zustehe. Dem Abmahnanwalt war dieser vermeintliche Wettbewerbsverstoß ein Streitwert in Höhe von 15.000,00 EUR wert und sollte ihm erträgliche 755,80 EUR netto in die Kasse spülen; schließlich bedurfte es besonderer „juristischer Spitzfindigkeit“.

So leicht machte es der Abgemahnte dem Abmahnanwalt jedoch nicht. Statt reumütig die Unterlassungserklärung abzugeben und die Kosten auszugleichen, ließ er durch seinen Rechtsanwalt negative Feststellungsklage erheben. Den Fehdehandschuh aufnehmend, erwiderte der Abmahnanwalt mit einer Widerklage und man traf sich zum anwaltlichen Schlagabtausch vor dem Landgericht Hamburg, welches der Klage mit Urteil vom 6. August 2010 (Az ...

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