Bürgerliches Gesetzbuch: Änderungsorgie in Zahlen und Diagrammen

Das Bürgerliche Gesetzbuch vom 18. August 1896 ist inzwischen seit 110 Jahren in Kraft. In der Rechtswissenschaft existiert es, glaubt man der üblichen Konzeption juristischer Kommentare, nur in der “aktuellen” Fassung. In der Rechtspraxis scheint es immerhin ein altes Bürgerliches Gesetzbuch, das bis zum 31. Dezember 2001 galt, und ein neues, das seit dem 1. Januar 2002 gilt, zu geben. Der Umstand, dass es sich bei diesem “Gesetz” eigentlich um ein Flickwerk aus 243 Gesetzen handelt, ist dabei den Wenigsten bewusst. Das Diagramm zeigt die Verteilung dieser Gesetze über die Jahrzehnte. In den ersten 70 Jahren blieb die Anzahl der jährlichen Eingriffe relativ konstant. Seit 1969 stieg ihre Anzahl kontinuierlich an. Spitzenreiter sind die Jahre 1990 mit elf, 1998 mit zehn, 2001 mit elf und 2009 mit zwölf Änderungsgesetzen.

Diese 243 Gesetze enthalten insgesamt 1878 Änderungsbefehle, die sich wiederum auf 3217 Paragrafen beziehen (durch unterschiedlich alte Änderungsbefehle ergeben sich Mehrfachzählungen). Im Bürgerlichen Gesetzbuch finden sich allerdings nicht nur die 2385 numerischen Paragrafen, sondern insgesamt 2720 alphanumerische (ohne Rücksicht auf ihren zeitlichen Anwendungsbereich) ...

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