Unwetterwarnungen bei Shitstorm-Gefahr: Andrea Kamphuis zum Verdi-Positionspapier zum Urheberrecht

Foto: OldOnliner, CC-by-nc-nd/2.0/

In einem Gastbeitrag erläutert Andrea Kamphuis, warum sie nach der Verabschiedung des Urheberrechtspositionspapiers aus ver.di ausgetreten ist.

Der letzte Akt meiner gut elfjährigen Gewerkschaftsmitgliedschaft währte ungeplant exakt ein halbes Jahr: vom 30. April bis zum 30. Oktober 2010. Über den Anlass des Austritts, das am 25. Oktober verabschiedete Positionspapier „Internet, Digitalisierung und die Zukunft des Urheberrechts“, ist schon viel geschrieben worden, zum Beispiel bei netzpolitik.org, im Immateriblog, bei iRights.info und von Thomas Hoeren. Daher kann ich mich auf eine – zwangsläufig subjektive – Darstellung der Vorgeschichte konzentrieren.

Um keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen, verzichte ich weitgehend auf wörtliche Zitate meiner Kommunikationspartner innerhalb der Gewerkschaft, auch wenn dieser Text dadurch etwas Egozentrisches bekommt. Es geht nicht um Selbstbespiegelung oder Revanche, sondern um die Frage, an welchen gesellschaftlichen Orten Partizipation, beispielsweise das Mitdenken und Mitreden in Urheberrechtsfragen, hinreichend gewürdigt wird. Bei ver.di scheinen repräsentative Demokratie, also Gremienarbeit, und die Teilhabe der Mitglieder als Experten für ihre eigene berufliche und soziale Praxis derzeit nicht zu harmonieren. Also suche ich mir neue Foren.

Mit der Einbindung von Selbstständigen in Kultur- und Medienberufen hat sich ver.di nach meinem Eindruck von jeher schwergetan. Berufsanfänger finden dank des Referats Selbstständige und Freie hervorragende Beratungs-, Informations- und Schulungsangebote vor, aber mit wachsender Berufserfahrung wird die Luft immer dünner: Gute Honorare muss man nach wie vor individuell erkämpfen; Verhandlungen über gemeinsame Vergütungsregeln haben teils dürftige, teils überhaupt keine Ergebnisse erbracht ...

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