Fristlose Kündigung wegen des Verzehrs von Patientenessen unwirksam

Der Kläger arbeitete als Krankenpflegehelfer bereits seit knapp 20 Jahren in einer psychiatrischen Fachklinik. Das Arbeitsverhältnis verlief während dieser Zeit wohl im Wesentlichen störungsfrei. Eine Abmahnung wegen eines Fehlverhaltens hatte der Arbeitgeber dem Kläger jedenfalls während des gesamten Bestehens des Arbeitsverhältnisses nicht erteilt.

Am 09.02.2010 kündigte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis fristlos. Zur Begründung der fristlosen Kündigung führte er an, der Kläger habe unerlaubt von übrig gebliebenem, zurückgestelltem Gulasch eines Patienten gegessen. Außerdem habe er von einem Stück Pizza, das aus Lebensmitteln der Patienten hergestellt worden war, eine Ecke abgerissen und verzehrt.

Der Kläger bestritt die Vorwürfe und erhob eine Kündigungsschutzklage.

Wie hat das Gericht entschieden?

Das Arbeitsgericht Lübeck hat die Kündigung als unwirksam angesehen und der Kündigungsschutzklage des Arbeitnehmers stattgegeben. Der Arbeitgeber legte gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts Berufung beim Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein ein. Auch das Landesarbeitsgericht gab allerdings dem Kläger Recht.

Warum hat das Gericht so entschieden? Wie ist der Fall einzuordnen?

Das Landesarbeitsgericht sah die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses als unwirksam an, auch wenn das dem Kläger vorgeworfene Verhalten rechtlich als Diebstahl gewertet werden kann ...

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