Fahrerflucht – Teil 1: Wartepflicht

Wann darf ich mich vom Unfallort entfernen?

Wie lange bemisst sich im Allgemeinen die Wartepflicht?

Jedem Unfallbeteiligten, d.h. jedem, dessen Verhalten unabhängig seines Verschuldens zur Verursachung eines Unfalls beigetragen hat, obliegt eine passive Feststellungspflicht. Befinden sich keine feststellungsbereiten Personen am Unfallort, genügt zunächst das bloße Warten. Sie können zwar Nachbarn oder andere Hausbewohner aufsuchen, sind dazu aber nicht verpflichtet (OLG Stuttgart VRS 73, 191). Eine angemessene Wartezeit hängt von den Umständen des Einzelfalls ab, insbesondere von der Schwere des Unfalls, der Tageszeit, den Witterungsverhältnissen und der Frage, wann mit feststellungsbereiten Personen zu rechnen ist. Daher wird die Wartezeit beispielsweise bei nächtlichen Unfällen auf der Landstraße deutlicher kürzer sein als bei Unfällen im innerstädtischen Bereich. Ansonsten ist für die Länge der Wartezeit auf die zu erwartende Sachschadenshöhe abzustellen. In der Regel ist eine Wartezeit von mindestens 30 min. zu empfehlen, da der Unfallverursacher die Schadenshöhe meistens nicht reell einschätzen kann. Um die Wartezeit abzukürzen, kann selbstverständlich sofort die Polizei verständigt werden. Sie machen sich aber nicht der Fahrerflucht strafbar, wenn sie zur Krankenhausbehandlung oder von der Polizei zur Blutprobe mitgenommen werden (OLG Köln VRS 57, 406).

Wann liegt ein Bagatell- bzw. belangloser Schaden vor?

Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Ein belangloser Schaden liegt in der Regel dann vor, wenn keine zivilrechtlichen Schadensansprüche gestellt werden können. Jedoch gilt auch hier, dass der Unfallverursacher nie völlig irrtumsfrei die Schadenshöhe festlegen kann oder eingetretene Schäden unterschätzt ...

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