Der Arbeitgeber als Softwarepirat

Derzeit sind wieder vermehrt Fernsehspots der Business Software Alliance (BSA) im TV zu sehen. Der Spot zeigt, wie eine Arbeitnehmerin mit ihrem Chef ein Mitarbeitergespräch führt und von diesem mehr oder weniger heruntergeputzt wird. Der Spot endet mit dem Satz „Es gibt gute Gründe illegale Software zu melden“, wobei zeitgleich die Hotline der BSA eingeblendet wird.

Geschäftsführer, welche an dieser Stelle ein etwas mulmiges Gefühl beschleicht, seien darauf hingewiesen, dass dieses nicht ganz zu Unrecht geschieht.

Kriegsschauplatz: Urheberrechtsgesetz

Denn tatsächlich gehen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bekanntlich nicht immer einvernehmlich auseinander. Gewiefte Anwälte und davon soll es ja einige geben, beherrschen die Klaviatur des Rechts auch auf Gebieten außerhalb des Arbeitsrechts, so dass plötzlich auch andere Nebenkriegsschauplätze Teil des Rennens sind. Hervorragende Spielwiesen, dies sei aus eigener Erfahrung mitgeteilt, sind im Arbeitsrecht das Datenschutzrecht und das Urheberrecht.

„Warum denn das?“ fragen Sie! Ganz einfach, weil viele Datenschutzverstöße bußgeld- und strafbewehrt sind (§43, §44 BDSG). Gleiches gilt für Urheberrechtsverstöße (§106 UrhG), wobei auch hier nicht unerhebliche Schadensersatzansprüche (§97 UrhG), Unterlassungsansprüche (§98 UrhG) oder auch Entschädigungsansprüche (§100 UrhG) drohen, von den Anwaltskosten ganz zu schweigen, denn auch wir „Diener des Rechts“ müssen ja schließlich von etwas leben.

Nebenbei erwähnt sein soll noch, dass auch der Inhaber des Unternehmens zur Haftung herangezogen werden kann (§99 UrhG), was solchen Auseinandersetzungen eine besondere Würze und arbeitnehmerseitig auch einen gewissen Spaßfaktor verleihen kann ...

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