Wettbewerb in Küche und Bad

In seiner Funktion als Wettbewerbskommissar berichtete Herr Joaquin Almunia gestern, dass die Europäische Kommission zwei Unternehmenszusammenschlüsse unter Auflagen freigegeben hat. Die Entscheidungen dürften nicht zuletzt für den Endverbraucher von Interesse sein, schließlich betreffen sie Produkte, die wahrscheinlich in jedem Haushalt zu finden sind: Sonnenblumenöl und Deodorant. Dadurch eignen sich die Entscheidungen hervorragend für den Jura-Nerd-Einstieg in den Bereich der Fusionskontrolle, einem der praktisch bedeutsamsten Teilbereiche des Kartellrechts. Aber nicht nur der Student, der vor der Wahl seines Schwerpunktbereichs steht, kommt auf seine Kosten, sondern auch der Kartellrechtsexperte sollte Gefallen an den Presseerklärungen finden.

Der erste Fall betraf die weltweite Übernahme der Sonnenblumensaatgutsparte des Unternehmens Monsato durch dessen Wettbewerber Syngenta. Sonnenblumensaatgut wird vor allem zur Herstellung von Sonnenblumenöl verwendet und dürfte daher jedem Koch bekannt sein. Wenn man berücksichtigt, dass beide Unternehmen auf dem spanischen und ungarischen Markt für Sonnenblumensaatgut stark vertreten sind, werden die kartellrechtlichen Probleme des Zusammenschlusses offensichtlich. Der Wegfall eines Wettbewerbers und das Entstehen eines Großunternehmens, welches die Marktanteile der ursprünglich eigenständigen Einheiten in sich vereinigt, dürften für den Wettbewerb auf diesen Märkten schädlich sein. Wie in jeder kartellrechtlichen Prüfung müssen die Märkte zwar genau abgegrenzt und ökonomische Besonderheiten berücksichtigt werden. Nichtsdestotrotz dürfte auch dem Laien klar sein, dass ein eingeschränkter Wettbewerb dazu führt, dass die Preise steigen. Dass spanische und ungarische Köche vor einer Verteuerung ihres Sonnenblumenöls verschont bleiben, haben sie der Europäischen Fusionskontrolle zu verdanken ...

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