Sagt mehr “Ich”!

Etwas, was mir im juristischen Studium tierisch auf den Senkel geht: Die Scheu vor dem “Ich”. In Klausuren regelrecht verpönt. Ich habe einmal den Fehler gemacht und einen Streitentscheid in einer Klausur mit den Worten “Aus diesen Gründen lehne ich die Meinung der Rechtsprechung ab.” (Hervorhebung hinzugefügt) geschlossen. Prompt wurde mir fehlende Sachlichkeit vorgeworfen. Jetzt wieder: Ich habe eine Rezension für eine Zeitschrift geschrieben. Heute erreichen mich die Anmerkungen der Redaktion. Ob ich meine Kritik an einigen Stellen denn nicht weniger impulsiv und weniger despektierlich formulieren könnte. Das stand neben einem Ich-Satz. Statt “Ich kann mir nicht vorstellen, …” soll dort jetzt ein “Es ist nur schwer vorstellbar, …” stehen, statt “Mir ist schleierhaft, …” jetzt ein “Es ist fragwürdig, …”

In Fallbearbeitungsbüchern heißt es dazu oft, dass das “Ich” mangelnde Souveränität mit dem Umgang von Argumenten zeige ...

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