Motorradsturz durch Fußball – oder die Verkehrssicherungspflicht eines Fußballvereins

Das Landgericht Detmold hatte am 20.10.2010 über einen Sturz eines Motorradfahrers wegen eines “verirrten” Fußballs zu entscheiden.

Der Sachverhalt:

Der Motorradfahrer befuhr mit seinem fabrikneuen Motorrad Suzuki mit circa 25 km/h eine Straße, welche an einen Sportplatzgelände angrenzt. Dort ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h. Das Sportplatzgelände ist an der an die Böschung zu der Straße angrenzenden Seite mit Bäumen und Sträuchern zugewachsen; des weiteren befindet sich dort ein circa 2 m hoher Maschendrahtzaun (welcher an verschiedenen Stellen Löcher aufweist).

In dem Zeitpunkt, als der Motorradfahrer diesen Bereich gerade passierte, gelangte ein Fußball vom Sportplatzgelände auf die Straße. Der Motorradfahrer verlor deshalb die Kontrolle über sein Motorrad. Er stürzte und zog sich nicht unerhebliche Verletzungen zu. Auch an dem Motorrad entstand erheblicher Schaden.

Das Gerichtsverfahren:

Der Motorradfahrer verklagte den für das Sportplatzgelände verkehrssicherungspflichtigen Verein u.a. auf Ersatz seines Fahrzeugschadens, seiner beschädigten Schutzkleidung, auf die Bergungskosten und Schmerzensgeld. Der beklagte Verein wandte u.a. ein, dass der Motorradfahrer mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren sei.

Das Landgericht Detmold gab dem Motorradfahrer recht; sah aber eine Mithaftung aus Betriebsgefahr in einer Quote von 30 % zulasten des Motorradfahrers. Ein Mitverschulden wegen überhöhter Geschwindigkeit bestätigte sich nicht ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK