Jetzt also doch kein Fachkräftemangel, oder was?

Seit langem liegen sie einem schon in den Ohren, um in ihrem monotonen Singsang von zukünftigen fachkräftearmen Zeiten zu klagen, auf die unsere schwer exportüberlastige Wirtschaftsnation zusteuert. “Dramatisch” sei die Lücke, die sich da auftun würde, so Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Einen Haufen Geld würde uns der Mangel kosten, allein letztes Jahr hätten fehlende Arbeitskräfte zu sog. Wohlstandsverlusten in Höhe von 15 Milliarden Euro geführt. Wohlstandsverluste – was für ein unsinniges Wort ist das denn schon wieder? Das Thema ist mittlerweile Chefsache, die Bundesregierung hat zahlreiche Maßnahmen im Köcher. Das Ungemach stehe schon vor der Tür: Hier würden zehntausende Ingenieure fehlen und dort Auszubildende. So so. Wenn man etwas nur oft genug vorgesetzt bekommt, dann glaubt man es irgendwann auch. Denn wenn alle darüber schreiben, so auch dieser Blog kürzlich, dann muss es ja stimmen.

Ein Riss in dieser gewaltigen Kampagnenwand tauchte auf, als Manuel Heckmair vor einigen Monaten in Focus Online über das “Märchen vom Fachkräftemangel” schrieb. Er versuchte dieses zu lüften und wies auf einige sehr interessante Zusammenhänge hin: Je mehr Bewerber auf dem Markt seien, desto weniger attraktiv müssten die Unternehmen ihre Stellen anbieten. Die Forderungen nach mehr ausländischen Fachkräften, wie seit langer Zeit überall erhoben werden, dienen dazu, den Markt in Bewegung zu halten. Der Arbeitsmarkt bleibe so ein Nachfragemarkt, der die Arbeitnehmer vor allem in Hinblick auf Lohnforderungen in die Schranken weise. Fazit: Einen Fachkräftemangel könne, zumindest derzeit, niemand feststellen ...

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