OLG Bamberg: Keine Verurteilung wegen vorsätzlichen Abstandsverstoßes

Eine Vorsatzverurteilung in Bußgeldsachen ist die Ausnahme. Das OLG Bamberg BeckRS 2010, 27674 hatte gerade eine Sache zu entscheiden, in der der Tatrichter wegen des Maßes der Abstandsunterschreitung (bei 126 km/h gerade mal 17,85 Meter) Vorsatz angenommen hatte:

"....Die Nachprüfung des Urteils aufgrund der zulässigen Rechtsbeschwerde (§ 79 I 1 Nr. 2 OWiG) hat - mit Ausnahme der Schuldform - keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Betr. ergeben (§ 349 II StPO i. V. m. § 79 III 1 OWiG). Der Senat nimmt insoweit zur näheren Begründung auf die zutreffende Stellungnahme der GenStA in ihrer Antragsschrift Bezug. Demgegenüber konnte der Schuldspruch - worauf der Verteidiger des Betr. in seiner Gegenerklärung nochmals zutreffend hinweist - keinen Bestand haben, soweit das AG von einer (bedingt) vorsätzlichen Verwirklichung des Abstandsverstoßes ausgeht. Denn das AG hat die Annahme eines Tatvorsatzes des vom persönlichen Erscheinen in der Hauptverhandlung entbundenen, seine Fahrereigenschaft einräumenden Betr. hier allein mit dem Ausmaß der Abstandsunterschreitung begründet, ohne sich mit den alle Vorsatzformen charakterisierenden immanenten kognitiven und voluntativen Vorsatzelementen auseinander zu setzen ...

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