Lizenzanalogie bei Fotonutzung: MFM-Empfehlungen vs. eigener Lizenzvertrag

Das Landgericht Kassel hatte einen interessanten Fall zu klären: Kläger war ein Fotograf, beklagt war ein Berater in Sachen Beleuchtung. Der Beleuchtungsberater hatte für ein Unternehmen ein Lichtkonzept erarbeitet und umgesetzt, der Fotograf hatte davon Fotos für das Unternehmen angefertigt. Das Unternehmen erhielt die "Aufnahmen inklusive der Nutzungs- und Veröffentlichungsrechte" zum Preis von 150,- Euro pro Bild und gab die Bilder an den Beleuchtungsberater kostenlos weiter. Dieser veröffentlichte mindestens 5 Jahre lang 3 dieser Fotos als Referenz auf seiner Homepage, ohne den Fotograf dabei zu nennen. Der Fotograf verlangte nunmehr vom Beleuchtungsberater Schadensersatz in Höhe von 5.460,- Euro, wobei er (seine Sicht der) MFM-Empfehlungen* zugrunde legte: Grundhonorar für das erste Jahr: 3 x 260,- Euro Zuschlag für 5 Jahre Nutzung: 1.950,- Euro 100% Zuschlag wegen Nichtnennung: 2.730,- Euro Das Gericht konnte diese Berechnung nicht nachvollziehen. Der geforderte Schadensersatz sei nach der so genannten Lizenzanalogie berechnet worden, also müsse gefragt werden, welche Lizenzgebühren üblicherweise gezahlt worden wäre. Und weiter:
"Vorliegend besteht jedoch die Besonderheit, dass der Kläger zwei Jahre vor Beginn der Rechtsverletzungen durch die Beklagte für die umfassende Verwertung der Bilder [...] ein Honorar von 150,00 Euro pro Aufnahme vereinbart hat. In einem solchen Fall erscheint – weil es im Rahmen der Lizenzanalogie [.. ...
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