Kachelmann-Hauptverhandlung - eine Ansammlung von Merkwürdigkeiten

Als wären da der Kuriosa in diesem Verfahren nicht genug:

Ein vor dem Gerichtsgebäude in sein Diktiergerät sprechender Journalist wird wegen des Verdachts einer Straftat nach § 201 StGB festgenommen, das Gerät beschlagnahmt. Grund: Hinter verschlossenem Fenster im Erdgeschoss beriet das Gericht. So entstand der Verdacht, der Journalist habe die Beratungen aufgezeichnet oder aufzeichnen wollen. Eine berechtigte Befürchtung angesichts der häufigen "leaks" aus diesem Verfahren, mit denen die Nichtöffentlichkeit des Ermittlungs- und eines Großteils der Hauptverhandlung unterlaufen wurde? Oder ein absurder Vorwurf, gegründet auf übertriebenem Misstrauen mit beinahe paranoiden Zügen? Gleich wie, das Ereignis passt in die Reihe von Merkwürdigkeiten und Besonderheiten, die dieses Verfahren bislang mit sich brachte.

So ergab sich zuletzt, dass eine Zeugin Inhalte ihrer Aussage zuvor exklusiv an eine Illustrierte verkauft hatte: Die Entscheidung, ihre Vernehmung nicht öffentlich durchzuführen (§ 171 b GVG), sicherte somit als Nebeneffekt diese Exklusivität. Dass die Zeugin damit ihre Zuverlässigkeit in eklatanter Weise untergraben hat, scheint die Staatsanwaltschaft kaum zu berühren, im Gegenteil. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft signalisierte laut diesem Pressebericht, er habe kein Problem damit:

"Dafür gerieten Staatsanwaltschaft und Verteidigung an diesem Morgen wegen der Aussage von Katharina T. aneinander ...

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