Die Liebe im Recht

Es ist klar, dass Worte wie „Heiratsversprechen“ im Rechtswesen benutzt werden, aber gibt es „Liebesversprechen“, „Liebesentzug“, etc.? Und wenn ja, wie kann man sowas nachweisen? Wurde „Liebe“ jemals als Verteidigung benutzt? Spielt „Liebe“ in Scheidungsrecht eine Rolle? Und vor allem: Wenn das Wort in der Rechtsgeschichte überhaupt präsent war, hatte es zu verschiedenen Zeiten andere Definitionen?

Diese Anfrage erreichte mich gestern Abend per E-Mail. Absender ist der amerikanischer Journalist und Buchautor Eric T. Hansen, der zum Thema "Liebe in der Rechtsgeschichte" recherchiert.

Als Jurist fällt mir hier erst einmal - ganz unromantisch - der § 1353 des bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ein, wonach die Ehegatten einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet sind. Bereits das Reichsgericht hat dazu im Jahr 1915 ausgeführt (RGZ 87, 56, 62):

Durch die Ehe wird für die Ehegatten die sittliche Pflicht begründet, ihr Verhalten gegeneinander so einzurichten, daß es mit der Liebe, Treue und Achtung, die sie sich gegenseitig schulden, im Einklang steht. Die sittliche Pflicht hat das BGB zu einer Rechtspflicht erhoben ...

Und so hat es die Liebe auch in einen aktuellen Kommentar zum BGB von Dr. Mathias Grandel geschafft, der über die juristische Datenbank juris abrufbar ist (jurisPK-BGB, 5. Aufl. 2010, § 1353 BGB). Unter der Überschrift „Liebe, Achtung und Rücksichtnahme“ bin ich auf die o. g. Reichsgerichtsentscheidung gestoßen.

Tippt man in das Suchfeld der juris-Datenbank, die nach eigenen Angaben mehr als 3,5 Millionen Dokumente enthält, das Wort „Liebe“ ein, klappen nach Relevanz sortierte Vorschläge auf, womit man in diesem Zusammenhang fündig wird (siehe Screenshot 1). Eine einfache Suche nach Liebe ergibt exakt 7.643 Treffer ...

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