Vergleichen Sie sich - Sie werden sonst an die Wand gestellt und erschossen!

Haben sie sich schon einmal darüber geärgert, dass man bei Gericht ständig zu Vergleichen gedrängt wird? Sie sind nicht allein! Für professionelle Juristen (vor allem Richter und Rechtsanwälte) ist es immer schwer, zu erklären, dass der Vergleich allzu oft die beste Lösung ist. Der Kunde will Gerechtigkeit. Aber: Manchmal wird es übertrieben, das wissen alle Arbeitsjuristen.

“Übertrieben” ist unangemessen milde ausgedrückt, wenn man die Entscheidung des 12.5.2010, 2 AZR 544/08 betrachtet. Dieses Urteil geisterte vor seiner (vor kurzem erst ins Netz gestellten) Begründung durch das Internet, und es hat völlig zu Unrecht keine Pressemitteilung und kein öffentliches Echo darauf gegeben.

Stellen Sie sich mal folgendes vor, und halten Sie sich vor Augen: Die Begebenheit ist wahr!

Sie sitzen beim Arbeitsgericht. Nein, Entschuldigung: Sie sitzen beim LAG Niedersachsen. Sorry: Sie sitzen in einer bestimmten Kammer des Gerichts bei einem bestimmten Vorsitzenden, der für das Gericht nicht repräsentativ ist. So. Der Arbeitnehmer hat ganz gute Karten. Die Vergleichsfrage wird gestellt. Innerlich dürfte das zu einer kleinen Gemütsaufhellung beim Beklagtenvertreter geführt habe. Aber - wie so oft - der Kläger will einfach nicht gegen Geld und gute Worte aufgeben. Dann greift der Vorsitzende ein:

“Seien sie vernünftig. Sonst müssen wir Sie zum Vergleich prügeln…”

Ups.

Spätestens jetzt sind alle aufgewacht. Was humoristisch gemeint sein könnte, war nicht so:

Der Kläger weigert sich immer noch. Der Vorsitzende:

“Ich reiße Ihnen sonst den Kopf ab…”

Der Kläger will immer noch nicht ...

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