Musikstudentin wird im Wang-Prozess "zum zweiten Mal zum Opfer gemacht"

Der Prozessauftakt dauerte knapp elf Stunden, und auch der 2. Verhandlungstag des Strafprozesses gegen Jin Wang ging bis in die Abendstunden. Die Verteidigung will die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers erschüttern und setzt dabei auf intensive Befragung der geladenen Zeugen.

Jin Wang ist keiner, der das Rampenlicht scheut. Ganz im Gegenteil: Schon vor Beginn seines Prozesses wegen sexueller Nötigung einer Musikstudentin stellte sich der 50-Jährige bereitwillig den Kameras und Mikrofonen. Und auch die Bühne im Sitzungssaal wusste er zu nutzen: „Ich freue mich, endlich eine Chance zu bekommen, über diese Sache zu sprechen.“

Zwar hege er keinerlei Rachegefühle gegenüber der Stadt, sagte Wang, der im Sitzungssaal von einigen Sympathisanten vorwiegend weiblichen Geschlechts begleitet wird. Dass Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) vor zwei Jahren Auszüge der Ermittlungsakte nichtöffentlich im Stadtrat vortragen ließ, ohne ihm die Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben, nimmt Wang dem Stadtoberhaupt aber bis heute krumm.

Fest steht, dass es zwischen Wang und der Studentin zu sexuellen Handlungen gekommen ist. Das hat der Dirigent am Ende seiner knapp vierstündigen Ausführungen am Dienstag selbst eingestanden: Die Freundschaft sei in eine andere Richtung gekippt. Die Initiative dazu sei aber von der jungen Frau ausgegangen, behauptet Wang, der „völlig überrumpelt“ worden sein will. „Ihre eigene Aussage ist schon an der Grenze der Strafbarkeit. Und es gibt keinen Grund, ihnen mehr zu glauben als anderen“, sagte Oberstaatsanwalt Boris Raufeisen zu Wang, der sich schwer tut, sich an die Spielregeln eines Strafprozesses zu halten ...

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