Ex-GMD Wang: Initiative ging von der Studentin aus

Der Mann spricht gerne über sich. Und am Dienstag hatte er dazu über vier Stunden Gelegenheit: Jin Wang, ehemaliger Generalmusikdirektor (GMD) des Würzburger Mainfranken Theaters, hat zum Auftakt seines Prozesses wegen sexueller Nötigung einer Musikstudentin abgestritten, die junge Frau mit Gewalt zur Duldung sexueller Handlungen gezwungen zu haben.

Der Vorfall, um den es in dem Prozess vor der 1. Strafkammer des Würzburger Landgerichts geht, hat sich am Abend des 20. Mai 2007 im Treppenhaus eines Wohnhauses in der Würzburger Innenstadt ereignet. So viel ist sicher. In dem Haus wohnte die damals 22-jährige Musikstudentin, und was sich zwischen ihr und dem heute 50-jährigen Dirigenten an jenem Abend im Hausgang abgespielt hat, muss durch das Gericht aufgeklärt werden.

Laut Anklage soll Jin Wang die 22-Jährige im Treppenhaus an den Armen gepackt, gegen die Wand gedrückt und gegen ihren Willen geküsst haben. Dann hat er ihr, davon geht die Anklage aus, T-Shirt, BH und Rock hochgeschoben und sich auf eine Weise an ihr vergriffen, die über das Erlaubte weit hinaus geht. Anschließend wollte er mit ihr in die Wohnung und soll damit gedroht haben, ihre 64.000 Euro teure Geige mitzunehmen, weil sie sich weigerte.

So hat es die heute 25-Jährige, die sich wegen Depressionen seit zwei Jahren in Therapie befindet, bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft erzählt. Vor Gericht hat sie ihre Version der Ereignisse am Dienstagnachmittag in vollem Umfang bestätigt. Um dem Dirigenten nicht persönlich begegnen zu müssen, wurde sie in einem Nebenraum vom Vorsitzenden Richter Dr. Claus Barthel befragt, die Vernehmung wurde per Video in den Sitzungssaal übertragen.

Laut Aussage der heute 25-Jährigen hat Jin Wang sie schon nach der ersten zufälligen Begegnung an einer Straßenbahnhaltestelle eng umarmt ...

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