"Abgeurteilt, was juristisch möglich war"

Angeklagt war er wegen 9 Fällen der vollendeten und versuchten Vergewaltigung. 10 Monate saß er deswegen in Untersuchungshaft. Jetzt hat das Würzburger Landgericht einen 64-jährigen Mann aus dem Kreis Kitzingen wegen „Nötigung in einem besonders schweren Fall“ zu 1 Jahr und 9 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt und in allen übrigen Anklagepunkten freigesprochen.

Dem 64-jährigen Eigentümer eines Zweifamilienhauses lag zur Last, eine 56 Jahre alte Mieterin zwischen Sommer 2008 und Frühjahr 2009 immer wieder mit Gewalt zum Geschlechts- und Oralverkehr gezwungen zu haben. Stimmt nicht, sagte der Angeklagte: Zwar habe es Sex gegeben, aber der sei immer einvernehmlich gewesen. Die Frau sei einverstanden gewesen, ihm als Gegenleistung für Fahrdienste und andere Gefälligkeiten regelmäßig als Sex-Partnerin zur Verfügung zu stehen. „Sie hat sich auf sein unmoralisches Angebot eingelassen“, sagte Verteidiger Hanjo Schrepfer.

Die 56-Jährige dagegen behauptet, sich immer gegen die sexuellen Übergriffe gewehrt zu haben. Das Problem: Ihre Aussage war nicht annähernd glaubwürdig genug, um den 64-Jährigen wegen Vergewaltigung zu verurteilen. „Fest steht, dass es in einer Vielzahl von Fällen zu sexuellen Kontakten kam. Alle anderen Umstände sind im Dunkeln geblieben“, sagte der Vorsitzende der 1. Strafkammer, Lothar Schmitt.

Wie erwartet, spielte das Gutachten über die Glaubhaftigkeit der Angaben der Nebenklägerin eine entscheidende Rolle ...

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