KollegInnen, macht die Augen auf! Zum Verdi-Positionspapier zum Urheberrecht

Der Verdi-Bundesvorstand hat das Positionspapier “Internet und Digitalisierung – Herausforderungen für die Zukunft des Urheberrechts” verabschiedet. Das Papier strotzt vor Unkenntnis und analytischen Kurzschlüssen (vom schlechtem Stil zu schweigen). Die die Herausforderungen der Zukunft an das Urheberrecht wird Verdi mit den darin vertretenen Positionen jedenfalls nicht bestehen.

Irgendwann im Sommer, es muss im Juli gewesen sein, wurde im Verdi-Mitgliedernetz ein Diskussionspapier zum Urheberrecht veröffentlicht. Mitglieder sollten die Möglichkeit haben, dazu Stellung zu nehmen. Ich bin Mitglied und als Journalist auf Urheberrechtsfragen spezialisiert. Einen Hinweis auf das Papier habe ich über offizielle Kanäle nicht bekommen (etwa in einem der Verdi-Newsletter, die ich abonniert habe). Irgendwann wurde ich von Kollegen darauf aufmerksam gemacht. Zu dem Zeitpunkt hatten drei oder KollegInnen kommentiert, viel mehr sind es dann auch nicht mehr geworden. Es ist schwierig, in einem Meer von Neuigkeiten auf derartige Dinge aufmerksam zu machen, aber ich denke, da wäre mehr drin gewesen.

Als ich das Papier gelesen habe, konnte ich jedoch nicht umhin zu denken, dass eine Auseinandersetzung gar nicht gewünscht war. Die Positionen, die dort vertreten wurden, waren derart einseitig und schlecht informiert, dass die AutorInnen hätten fürchten müssen, dass es ihnen von den Mitgliedern zerpflückt worden wäre. Die wenigen Kommentare waren eindeutig negativ.

Nun hat die Gewerkschaft seit Jahren ihre Schwierigkeiten mit der Digitalisierung und deren Auswirkungen auf das Urheberrecht. Wo früher die Fronten klar gezogen waren (hier die Gewerkschaft, dort die Verlage), herrscht heute Verwirrung. Da gibt es auf einmal das Internet und Nutzer, die selber publizieren, ihre Musik veröffentlichen, Videos hochladen können. Und Mitglieder, die zugleich Nutzer und Urheber sind ...

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