Steuerhinterziehung: Die Tricks der Steuerfahndung

Wer einer Steuerhinterziehung überführt wird, muss nachzahlen und zusätzlich mit Geld- oder Freiheitsstrafe rechnen. Das Entdeckungsrisiko ist gestiegen, weil die Finanzbehörden auf immer mehr Erkenntnisquellen zugreifen können.

Das Finanzamt hat im Rahmen der Außenprüfung (§ 10 BpO 2000) das Recht, auf alle steuerlich relevanten Daten zuzugreifen, § 147 Abs. 6 AO. Die Daten können mittels spezieller Software (IDEA) mit Suchmustern ausgewertet und auf verdächtige Vorgänge durchforstet werden.

Dabei wendet das Finanzamt mathematische Verfahren an (Chi-Quadrat-Test, Benfordsches Gesetz), um Manipulationen aufzudecken. Mit diesen Verfahren können Unregelmäßigkeiten in den gespeicherten Beträgen identifiziert werden.

Die Umsatzzahlen werden auch mit anderen Daten verglichen. Durch Vergleich mit Einkaufsmengen können Schwarzverkäufe aufgedeckt werden. Wer erheblich mehr Würstchen eingekauft hat, als er verkauft haben will, kommt in Erklärungsnot. Die Kreativität und der detektivische Eifer der Finanzbeamten sollten nicht unterschätzt werden. Bei Außengastronomie werden die Tagesumsätze auch schon mal mit einer Wetterdatenbank verglichen, um sie auf Plausibilität hin zu prüfen. Fishing Expeditions

Die 2001 mit dem Steuerverkürzungsbekämpfungsgesetz eingeführte Umsatzsteuer-Nachschau ermöglicht den Finanzbeamten fishing expeditions, d.h. verdachtsunabhängige Kontrollen vor Ort. Sie dürfen “ohne vorherige Ankündigung und außerhalb einer Außenprüfung Grundstücke und Räume von Personen, die eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausüben, während der Geschäfts- und Arbeitszeiten betreten, um Sachverhalte festzustellen, die für die Besteuerung erheblich sein können” (§ 27b Abs. 1 UStG). Dabei dürfen sie auch Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und andere Urkunden einsehen und Auskünfte verlangen ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK