Das Urteil in Sachen “Emmely” ist da - gruseln Sie mit!

Die Frage, wer sich eigentlich noch für “Emmely” interessiere, ist berechtigt - die Antwort ist einfach: Die Arbeitsjuristen.

Nachdem die Öffentlichkeit den Fall abgehakt hat, muss sich die Jurisprudenz mit dem Urteil befassen. Bereits ein Landesarbeitsgericht (das LAG Berlin-Brandenburg) hat sich ausdrücklich auf diese Entscheidung bezogen. Das hat deshalb großen Charme, weil es das Urteil des BAG noch gar nicht kannte. Presse und Öffentlichkeit haben nur auf die Verkündung des Urteilsspruchs und die dazugehörige Pressemitteilung geschielt. Dabei wird übersehen, dass die - ggf. rechtsfortbildenden - Urteilsgründe noch gar nicht vorlagen. Das genannte LAG hatte also ein Urteil zitiert, das es noch gar nicht gab - letzter Punkt in einem an Kuriositäten überreichen Verfahren.

Seit ein paar Tagen gibt es das Urteil des BAG aber und es muss sich nun der Fachwelt stellen (das BAG hat mich übrigens zitiert, Rd.-Nr. 29 der Urteilsgründe, Ruhm statt Geld für die schreibende Zunft). Emmelys Anwalt, der Kollege Hopmann, der es zu einiger Berühmtheit gebracht hat, setzt in der Jungen Welt (welch ein Forum!) fort, was er an Eigenwilligkeit schon im Prozess erkennen ließ - dazu gehört für uns auch der Vorrang der Kampagnefähigkeit eines Arguments (”Weg mit der Verdachtskündigung”) vor der juristischen Würdigung des Falls und die als Litigation-PR veredelte Instrumentalisierung der Presse.

Kollege Hopmann jedenfalls hat in Teilen wieder ein anderes Urteil gelesen als der Rest der Welt.

An “Emmely” gab es aus Sicht der Fachwelt mindestens folgende Frage:

1. Gibt es eine sog. “Bagatellgrenze”, also eine Untergrenze, bis zu der Vermögensdelikte/Unehrlichkeiten gegen den Arbeitgeber definitiv nicht “kündigungsrelevant” sind? 2. Ist der Vertrauensverlust nach solch einer Unehrlichkeit durch ein “jahrelanges”, beanstandungsfreies Arbeitsverhältnis wieder aufzufangen? 3 ...Zum vollständigen Artikel


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