“Smart-Repair-Methode ist anerkannte Reparaturmethode”?! Von wegen!

“Smart-Repair-Methode ist zulässig”, “Smart-Repair ist anerkannte Reparaturmethode” und ähnlich schallt es derzeit von diversen Internetauftritten mehr oder weniger versicherungsnaher Tendenzseiten. Diese Schlagzeilen beziehen sich auf ein Urteil des LG Saarbrücken vom 24.09.2010 AZ 13 S 216/09. Sie finden diese Entscheidung im Volltext hier:

LG Saarbrücken AZ 13 S 216/09

Da die vorgenannten Schlagzeilen meines Erachtens etwas an der Sache vorbeigehen, soll hier eine Klarstellung erfolgen:

Das LG Saarbrücken hat nicht erklärt, die Smart-Repair-Methode sei zulässig oder anerkannt. Das LG hat lediglich im konkreten Fall ein gerichtliches Sachverständigengutachten eingeholt zur Frage, ob in diesem konkreten Fall, den das LG in der Berufung zu entscheiden hatte, die Smart-Repair-Methode (sog. Drückermethode) mit der Reparaturmethode, wie sie im von der Geschädigten vorgelegten Haftpflichtgutachten genannt war, gleichwertig ist. Der vom Gericht bestellte Sachverständige hat das für den konkreten Fall bejaht. In dem vom LG Saarbrücken entschieden Fall handelte es sich ausweislich des Tatbestandes des Urteils um eine “kleine, kaum sichtbare Delle” und um ein über drei Jahre altes Fahrzeug. Dementsprechend ist der Gutachter auch zu dem Ergebnis der Gleichwertigkeit gekommen, nehme ich an. Bei größeren Dellen kann das aus technischer Sicht schon ganz anders aussehen.

Aus diesem Urteil folgt also keineswegs, dass sich jeder Geschädigte auf die Drückermethode verweisen lassen müsste oder dass diese in irgendeiner Form allgemein anerkannt worden wäre.

Das Urteil ist für Geschädigte sogar als positiv aufzufassen, was man allerdings nur bemerkt, wenn man sich die Entscheidung mal im Volltext durchliest ...

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