Vermieter soll Mieterin mehrfach vergewaltigt haben

Einvernehmliche Liebesdienste oder neun Fälle der vollendeten und versuchten Vergewaltigung? Diese Frage muss das Landgericht Würzburg im Falle eines Hauseigentümers und Vermieters aus dem Kreis Kitzingen klären. Laut Anklage soll der 64-jährige Mann eine 56-jährige Mieterin mehrfach zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben.

Der Angeklagte ist ein kleiner, unscheinbarer Mann mit hellgrauem Haar, der wegen der Vorwürfe seit knapp zehn Monaten in Untersuchungshaft sitzt. Er und sein mutmaßliches Opfer kennen sich seit September 2007. Damals zog die ehemalige Altenpflegerin mit ihrem Lebensgefährten in eine Wohnung im Zweifamilienhaus des 64-Jährigen ein.

Die Staatsanwaltschaft legt ihm zur Last, die 56-Jährige zwischen Sommer 2008 und Frühjahr 2009 in 6 Fällen „gegen ihren erkennbaren Willen“ zum Oral- und zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Zu den sexuellen Übergriffen soll es mehrfach im Schlafzimmer der Frau, im Wohnzimmer des Angeklagten und zweimal auch im Auto gekommen sein. In 3 Fällen blieb es laut Anklage beim Versuch, weil die 56-Jährige flüchten oder erfolgreich Gegenwehr leisten konnte.

Stimmt alles nicht, ließ der Angeklagte am Dienstag seinen Verteidiger Hanjo Schrepfer erklären. Seine Version: Wenn es zum Sex mit der Mieterin kam, dann einvernehmlich. Nach Aussage des 64-Jährigen hat er Liebesdienste als Gegenleistung dafür gefordert, dass er die Frau immer wieder mit dem Auto zum Arzt oder zu Besorgungen nach Kitzingen fuhr: „Ich räume ein, dass ich diese Bedingung gestellt habe. Ich wollte, dass sie mir regelmäßig zur Verfügung steht.“ Darauf habe sich die 56-Jährige auch eingelassen: „Sie hat sämtliche sexuelle Handlungen geduldet und sich nicht gewehrt“, so die Angaben des Angeklagten.

Als zusätzliches Druckmittel hat er nach eigenen Angaben ab Herbst 2008 eine fällige Nebenkosten-Nachzahlung in Höhe von 700 Euro eingesetzt ...

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