Versucht ist nicht vollendet

Für die Bewertung der Frage, ob dem Täter eine Strafrahmenverschiebung zu Gute kommt, weil er das angeklagte Delikt lediglich versucht hat, kommt es auf die Nähe zur Tatvollendung, der Gefährlichkeit des Versuchs und der aufgewandten kriminellen Energie an. Ein alleiniges Abstellen auf das Nachtatverhalten ist rechtsfehlerhaft (BGH, Beschluss vom 5. 7. 2010 - 5 StR 84/10).

Das erkennende Landgericht hatte in seiner Strafzumessung den Regelstrafrahmen der räuberischen Erpressung zu Grunde gelegt, obwohl der Angeklagte die räuberische Erpressung nur versucht hatte. Eine Strafrahmenverschiebung nach §§ 23 Absatz 2, 49 Absatz 1 StGB hat es dem Angeklagten versagt, weil er es „bei dem misslungenen Versuch nicht beließ, sondern zum Tatopfer zurückkehrte, um mit diesem erneut zum Geldautomaten zu gehen", und dadurch deutlich gezeigt habe, „dass er zu diesem Zeitpunkt nicht bereit war, von seinem ursprünglichen Tatplan Abstand zu nehmen" (BGH, Beschluss vom 5. 7. 2010 - 5 StR 84/10) ...

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