Sind 14 Wochen Mutterschutz noch angemessen?

Früher machte man um eine Geburt kein großes Aufheben: Die hochschwangere werktätige Frau durfte auf dem Feld solange schuften, bis ihre Wehen einsetzten, anschließend erfolgte die Geburt unter schwierigsten hygienischen Bedingungen, dann einmal durchschnaufen und weiter ging’s. Entsprechend hoch waren die Todesraten bei Säuglingen und Müttern. Diese finsteren Zeiten sind längst vorbei. Der Schutz werdender Mütter vor und nach der Geburt wurde vor allem in den letzten 130 Jahren kontinuierlich ausgebaut. Nun steht eine weitere Verbesserung ins Haus: Das Europäische Parlament will den Mutterschutz in der Europäischen Union vereinheitlichen. Das Ziel lautet 20 Wochen bei vollem Lohnausgleich.

In Deutschland sind werdende (erwerbstätige) Mütter gesetzlich geschützt. Bereits 1878 wurde geregelt, dass für Fabrikarbeiterinnen nach der Geburt eines Kindes ein dreiwöchiges Arbeitsverbot gelte. Das Mutterschutzgesetz in seiner heutigen Form existiert seit 1952. Es schreibt vor, dass werdende Mütter sechs Wochen vor dem Geburtstermin nicht mehr beschäftigt werden dürfen, nach der Entbindung weitere acht Wochen nicht. Es existieren diverse Sonderregelungen, so zum Beispiel für Frauen, die schwere körperliche Arbeit leisten oder für den Fall von Früh- und Mehrlingsgeburten. Im Normalfall dauert der Mutterschutz 14 Wochen.

Damit liegt Deutschland in Europa gemeinsam mit Malta auf dem letzten Platz, denn in allen anderen Ländern werden Frauen zeitlich länger geschützt, wenn auch nicht immer bei vollem Lohnausgleich ...

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