Fiktive Abrechnung nach einem Verkehrsunfall

Das Landgericht Saarbücken hat mit seinem Urteil vom 24. September 2010 (13 S 216/09) die fiktive Abrechnung eines Verkehrsunfalls (s.g Gutachten-Basis) grundlegend berührt und eine Entscheidung zu Lasten der Unfallgeschädigten getroffen. Eine Frau wollte bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung ihren Schaden abrechnen. Hierbei handelte es sich um eine Delle an der Tür. Die Frau beauftragte einen Sachverständigen, der einen Reparaturschaden in Höhe von 964,88 € ermittelte. Der Versicherung lehnte eine Regulierung der Netto-Reparaturkosten ab und verwies die Frau auf die so genannte „smart-repair-methode“ und zahlte einen Betrag in Höhe von 293,10 € aus. Die Klage gegen die Versicherung auf Zahlung des verbleibenden Restbetrags hatte keinen Erfolg. Das Gericht war der Auffassung, die Klägerin habe die alternative Reparaturmethode hinzunehmen, da diese gleichwertig sei.

Bislang herrschte „lediglich“ Streit über gekürzte UPE – Aufschläge, Verbringungskosten sowie gekürzte Stundenverrechnungssätze. Bereits hier versuchen die Haftpflichtversicherer erhebliche Summen einzusparen. Dieses Urteil könnte – sofern es von weiteren Gerichten bestätigt wird – die fiktive Schadensabrechnung jedoch grundlegend verändern ...

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