Wenn der Papa mit dem Sohne... - Rutschen in Heidelberg ist nicht ungefährlich

Typische Szene auf einem Kinderspielplatz: Der Kleine will auf die große Rutsche, bekommt oben aber angesichts der Höhe doch Panik und will nicht alleine rutschen. Der Papa, der zusammen mit dem Filius schon die Leiter hochgeklettert ist, will nicht den ganzen Weg auch wieder runterklettern und nimmt ihn daher auf den Schoß. Es macht einmal kurz zzzzzzzzzzt, dann landen beide wohlbehalten (oder, wie in diesem Fall, nicht ganz wohlbehalten) wieder unten. So oder ähnlich könnte es sich zugetragen haben, auf dem Heidelberger Spielplatz, ganz in der Nähe meiner Kanzlei. Dort gibt es neben einer Rutsche für die Kleineren auch eine so genannte Tunnelrutsche. Und die wird ganz schön schnell - zu schnell für Papa. Der habe sich "aufgrund der erzielten Geschwindigkeit [...] auf dem Auslaufteil nicht mehr rechtzeitig aufsetzen und deshalb nicht genügend abbremsen können. Er sei dadurch über das Auslaufteil hinausgeraten und mit dem Steiß in der mit Rindenmulch bedeckten Kuhle vor der Rutsche aufgetroffen. Dadurch habe er einen traumatischen Deckplattenimpressionsbruch LWK2 erlitten und sei für vier Monate arbeitsunfähig gewesen." So jedenfalls das Landgericht Heidelberg, das sich jetzt mit diesem Fall befassen musste (Urteil vom 06.10.2010, Aktenzeichen: 5 O 85/10). Das Gericht machte eine Ortsbegehung und fand an der Tunnelrutsche zwei Piktogramme:
"Auf der obersten Plattform des Turmes, auf dem die Rutsche beginnt, ist links oberhalb des Einsitzes ein Schild angebracht, auf dem die Piktogramme eines grünen Kindes unter den Zahlen 6 bis 15 und - durchgestrichen - eines orangenen Erwachsenen zu sehen sind."
Und weiter:
"Rechts davon befinden sich zwei weitere Schilder, von denen eines (nämlich das rechts unten) einen Erwachsenen zeigt, der beim Rutschen ein Kind auf dem Schoß hält; dieses Piktogramm ist durchgestrichen."
Papa war jedoch schon 1960 geboren und daher schon weit jenseits der 15 ...Zum vollständigen Artikel


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