Ziel erreicht – ohne Navi !

Die Dame an der Rezeption des Hotels war erstaunt. Sie rief ins Telefon: “Haben Sie denn keinen Navi ?” Nein, ich habe keinen Navi. Das war ja der Grund, warum ich wissen wollte, ob man die drei Hoteltürme auf Fehmarn auch im Dunkeln sehen kann bzw., in welchem mein Zimmer war. Ich fühlte mich arm und igendwie völlig out. Ereilt mich jetzt dasgleiche Schicksal wie meine Eltern ? Sie hatten jahrzehntelang eine Reiseschreibmaschine, Marke Olympia (gibts auch nicht mehr), auf dem Schreibtisch im Arbeitszimmer stehen. Als ich mir dann meinen ersten PC kaufte, wußten sie nicht, wie die Schrift aufs Papier kommt. Und jetzt ich. Kein Navi – out, alt, Anschluß verloren. Ich versuchte gar nicht erst, mich zu rechtfertigen. Höflich bat ich die Dame am Telefon, nun doch einfach mal schnell meine Frage zu beantworten, ich würde mich dann schon zurechtfinden. Sie erklärte mir dann sehr umständlich, wie ich zum Hotel komme (was ich gar nicht gefragt hatte). Ich war schon froh, daß sie mich nicht daran erinnerte, am Auto das Licht einzuschalten. Dann mußte ich sie etwas bremsen. Natürlich glaubte sie, ich sei ein Orientierungslinkomat. Sie wollte es besonders gut machen. Ich dagegen wollte mir den Spaß nicht rauben lassen und platzte ihr ins Wort, ich würde das schon finden. Aus ihrer Sicht ein dramatischer Widerspruch für einen Mann ohne Navi. Aus meiner Sicht die Grundlage zur Rettung meiner Instinkte. Es geht hier nicht nur darum, die Treppe zu nehmen, obwohl der Fahrstuhl funktioniert. Nein, dieser Vergleich hinkt. Denn das Gehen auf zwei Beinen ist ein vergleichsweise primitiver Vorgang ...

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