Verkehrssicherungspflicht oder “Augen auf”?

Nicht für jede Schusseligkeit haftet ein anderer wegen Verletzung einer Verkehrssicherungspflicht. Manchmal muss sich der Geschädigte auch vorhalten lassen, er hätte halt aufpassen müssen.

Einen solchen Fall hatte jetzt das Landgericht Coburg zu entscheiden, das die Schadenersatz- und Schmerzensgeldklage einer gestürzten Badbesucherin gegen ein Thermalbad abgewiesen mit der Begründung abgewiesen hat, dass derjenige, der im Außenbereich eines Thermalbades stürzt, wegen geringer Höhenunterschiede nicht das Thermalbad für den Sturz verantwortlich machen kann. Bei geringen Höhenunterschieden und deren Erkennbarkeit hat der Badbesucher die Folgen eines Sturzes alleine zu tragen.

Die gestürzte Klägerin behauptete, dass sich im Außenbereich des Thermalbades zwischen verlegten Waschbetonplatten und einem roten Fliesenband ein Niveauunterschied von mindestens drei cm ergeben hätte. Nach Ansicht der Klägerin war dies eine Stolperfalle erster Güte. Aufgrund ihrer Verletzungen wollte sie Schmerzensgeld in einer Größenordnung von 15.000,00 Euro und etwa 10.000,00 Euro Schadenersatz. Das beklagte Thermalbad verteidigte sich damit, dass zwischen den Fliesen und den Waschbetonplatten ein Niveauunterschied von nur wenigen Millimetern, jedenfalls weniger als einen Zentimeter bestünde. Dieser geringe Unterschied sei hinzunehmen und den Badegästen bei sorgfältiger und aufmerksamer Benutzung zuzumuten.

Das Landgericht Coburg konnte keine Pflichtverletzung des Thermalbades erkennen und wies die Klage ab. Im Rahmen der Beweisaufnahme stellte das Gericht fest, dass an der Unfallstelle ein Niveauunterschied von etwa 8 mm, höchstens 1 cm, bestand ...

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