Um den Hund gekommen

Die Pressemitteilungen des Amtsgerichts (AG) München geben immer wieder aufschlussreich-skurille Einblicke in die Sorgen und Nöte der Rechtssuchenden. Die Pressemitteilung zum hier berichteten Fall (Az. 275 C 9063/10) schloss mit dem Fazit, dass der Fall zeige, wie vielfältig das Arbeitsfeld des Amtsrichters ist. Weil sich «[a]lle Facetten des täglichen Lebens finden», sei «immer auch Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl» zur Herstellung des Rechtsfriedens erforderlich.

Allerdings: Nach der Trennung zweier Lebensgefährten entbrannte Streit um den Umgang mit dem gemeinsam angeschafften Hund. Es war zunächst einvernehmlich geregelt, dass er das Tier unter der Woche bekommt, sie am Wochenende. Eines Tages gab sie den Hund nicht zurück, er klagte. Die Amtsrichterin musste sich unter anderem mit der Frage auseinandersetzen, ob der Hund nun ein Geschenk an die Partnerin war oder nicht und welche Rolle vermeintliche Erkrankungen des Tieres oder die Verfütterung von Billigfutter spielen.

Zur Lösung ließ sich die Richterin offenbar vom salomonischen Prinzip inspirieren: Das Tier könne doch verkauft und der Erlös geteilt werden. Im Interesse des Hundes einigten die ehemaligen Lebensgefährten sich dann, dass der Partner die Hälfte des Kaufpreises ausgezahlt bekommt, die Frau dafür den Hund behalten darf.

Leser, die diesen Artikel interessant fanden, interessieren sich vielleicht auch für

Weitere Entscheidungen im «Hunderecht» (abseits von Jogger vs. Hund, Nutztiereigenschaft, Fragen des Leinenzwangs oder der Hundehaltung in Mietwohnungen):

AG Brandenburg, Urteil vom 26. April 2010 (Az ...Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK