Ein um das 6,87-fache über dem Üblichen liegender Einheitspreis ist nicht stets sittenwidrig.

Mit einem Urteil vom 18.12.2008 hat der Bundesgerichtshof erklärt, dass ein das ortsübliche Niveau erheblich übersteigender Einheitspreis wegen einem dahinter stehenden verwerflichen Gewinnstreben des Bauunternehmers sittenwidrig und die Preisvereinbarung deshalb nichtig ist. Dabei beruhe die Bildung überhöhter Einheitspreise regelmäßig (also erfahrungsgemäß!) auf einem nicht offen gelegten Informationsvorsprung des Bieters, weshalb sich dieser sittlich verwerflich verhalte. Der Unternehmer könne diese Vermutung allerdings widerlegen, indem er fundierte und nachvollziehbare Gründe für seine Kalkulation darstellt (BGH, 18.12.2008, VII ZR 201/06, BauR 2009, 491). Diese Entscheidung wurde in der Fachwelt wegen etlicher dogmatischer Ungereimtheiten in Frage gestellt.

In einem Urteil vom 20.07.2010 (Az ...

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