OLG Zweibrücken zum Phishing

Das OLG Zweibrücken (4 U 133/08) hat sich bereits im Januar 2010 mit dem Phishing beschäftigt und ist zu folgenden Ergebnissen gekommen:

Das Phishing von Daten ist eine Straftat entsprechend §263a StGB Der Empfang und die Weiterleitung von Geldern aus Phishing (so genannte “Finanzagenten”) fällt unter den Straftatbestand des §261 StGB Der Geschädigte – hier ging es um die Bank – hat einen Anspruch auf Rückzahlung der weitergeleiteten Gelder aus §823 II BGB i.V.m. §261 StGB

Nun ist zu beachten, dass bei “Finanzagenten” im Regelfall kein Vorsatz nachzuweisen sein wird, da man zwar vermuten kann, dass die sich denken konnten, dass das Geld aus illegalen Quellen kommt, aber keine konkrete Vorstellung hatten. Am Rande sei bemerkt, dass mancher Finanzagent auch schlicht blöd ist. An dieser Stelle hilft §261 V StGB, der eine Strafbarkeit auch bei “leichtfertigem Verkennen” der Quelle des Geldes normiert. Diese Feststellung ist auch wichtig, um eine potentielle “Entreicherung” zu verneinen, da man über den §819 BGB nachdenken muss. Auch wenn dieser nur die positive Kenntnis des rechtlichen Mangels beim Empfang des Geldes vorsieht: Wer sich dieser Kenntnis “bösgläubig verschliesst”, also die Augen vor dem verschliesst was jedem anderen klar sein muss, der wird gleichsam erfasst.

Das Ergebnis bedeutet harte Zeiten für – auch einfach nur blöde – Finanzagenten, sowohl Zivilrechtlich als auch Strafrechtlich. Dabei sollte man sich das Urteil des OLG Zweibrücken markieren, auch wenn es ein zivilrechtliches Urteil ist: Es ist endlich einmal eine OLG-Entscheidung zum Thema, die umfassend alle Facetten des “Phishing” beleuchtet.

Hinweis: Ich habe zum Thema “Strafbarkeit des Phishing” bereits etwas ausführliches geschrieben, der erste Teil ist hier zu finden. Den zweiten Teil schulde ich auf Grund von Zeitmangel bis heute, er wird aber noch in diesem Jahr erscheinen ...

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