Lügen haben kurze Beine

Mein Mandant war angeklagt worden wegen gefährlicher Körperverletzung. Er hatte zuvor bei der Polizei ausgesagt und denjenigen benannt, der aus seiner Sicht der Täter war; nennen wir ihn Willibald Wütend. Willibald Wütend hatte sich dann über einen Anwalt gemeldet und zwei zwei Entlastungszeugen benannt, die ihm dann tatsächlich auch ein Alibi gaben.

Die Beweislage war dünn, hinderte die Staatsanwaltschaft aber nicht daran, Anklage zu erheben, in der Anklageschrift aber selbst anzugeben, daß mein Mandant nur „vermutlich“ zugeschlagen hatte. Das Verfahren gegen Willibald Wütend wurde unterdessen nach § 170 Abs.2 StPO eingestellt.

Auf die Zustellung der Anklageschrift hin suchte mein Mandant mich auf und nannte mir Zeugen, die alle würden bestätigen können, daß nicht mein Mandant geschlagen hatte. Ich trug entsprechend vor. Das Gericht ließ die Anklage zur Hauptverhandlung zu und es folgte eine längere Beweisaufnahme, zu der immerhin zehn Zeugen geladen waren.

Die Zeugen von Willibald Wütend drucksten mächtig herum und litten augenscheinlich unter partieller Amnesie. Das Alibi, das sie ihm zuvor gegeben hatten, wollten sie soooo definitiv nicht mehr bestätigen. Ein anderer Zeuge berichtete munter, daß der Willibald ihn noch einige Zeit vor der Verhandlung aufgesucht habe ...

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