BGH: „Der strauchelnde Liebling“ – FAZ durfte vor Erscheinen der Erstausgabe mit fiktivem Bericht über Boris Becker werben

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 29.10.2009 (Az. I ZR 65/07) entschieden:

1. Die Werbung für eine geplante Zeitung mit der Titelseite eines Testexemplars, auf der eine prominente Person abgebildet ist, verletzt nicht allein deshalb deren Recht am eigenen Bild, weil keine Ausgabe der Zeitung erscheint, die eine der Ankündigung entsprechende Berichterstattung enthält.

2. Eine solche Werbung verletzt das Recht am eigenen Bild allerdings von dem Zeitpunkt an, zu dem es dem Werbenden möglich und zumutbar ist, die Abbildung der Titelseite des Testexemplars durch die Abbildung der Titelseite einer tatsächlich erschienenen Ausgabe der Zeitung zu ersetzen.

(amtliche Leitsätze des BGH)

Zum Sachverhalt:

Verklagt wurde der Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Zur Einführung ihrer neuen Sonntagszeitung verwendete die FAZ das Bild eines Testexemplars, das am oberen Rand das Bild des Klägers (Boris Becker) zeigt. Daneben ist der Text „Der strauchelnde Liebling“ und „Boris Beckers mühsame Versuche, nicht aus der Erfolgsspur geworfen zu werden, Seite 17“ abgedruckt. Fortlaufend wurde dieses Bild während der gesamten Werbekampagne benutzt. Trotz Aufmachers enthielt das Probeexemplar keinen Beitrag über Becker, auch nicht den, auf den auf der Titelseite verwiesen wird. Der ehemalige Tennisprofi vertritt die Auffassung, die Zeitung habe mit der nicht autorisierten Bildverwendung sein Recht am eigenen Bild verletzt ...

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