10 Regeln zur Einführung des Videobeweises im Fußball (wie ich sie gerne hätte)

von Ulrich Wackerbarth

1. Schiedsrichterentscheidungen sind Tatsachenentscheidungen. Es gibt nur einen Schiedsrichter und nur er trifft die während des Spiels gültigen Entscheidungen. An seiner Letztentscheidung sollte der Videobeweis nichts ändern, sonst leidet das Spiel. Deshalb kein second guessing des Schiedsrichters durch Video-”Beweis”, sondern nur zusätzliche Information des Schiedsrichters, also Video-Unterstützung, beschränkt auf bestimmte Extremfälle (siehe sogleich 2.) Wenn der Schiedsrichter die vom Video-Assistenten ausgewählte Szene als Anlass zur Korrektur seiner Entscheidung nehmen will, dann bitte sehr, wenn nicht, müssen alle damit weiterleben.

2. Was zählt ist auf dem Platz. Kein Diktat der Technik (siehe auch unten 4.), das dem Schiedsrichter die Entscheidung abnimmt. Vielmehr muss ein zusätzlicher Schiedsrichterassistent (i.F.: Video-Assistent) neben dem Spielfeld vor dem Bildschirm sitzen und die fragliche Szene ad hoc beurteilen. In anderen Sportarten gibt es so etwas in der einen oder anderen Form bereits (sog. Instant Replay siehe hier). Wenn der Video-Assistent eine Fehlentscheidung ausgemacht hat, sollte er sie dem Schiedsrichter vorspielen können, der dann allein entscheidet. Zulässige Fälle einer solchen Kontrollmöglichkeit, die auch nur zu marginalen Spielverzögerungen führt, sind nur: Fehlentscheidung über die Überschreitung der Torlinie (unten Regel 3), nicht gepfiffenes Abseits-Tor (unten Regel 5), klar unberechtigte Rote Karte (unten Regel 7) sowie klar unberechtigter Elfmeter nach gepfiffenem Handspiel (unten Regel 8) ...

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