Sorgerechtsentzug nur unter engen Voraussetzungen

Die Eltern kann man sich nicht aussuchen. Juristen formulieren das so: Die Eltern und deren sozio-ökonomischen Verhältnisse gehören grundsätzlich zum Schicksal und Lebensrisiko eines Kindes. Unser Grundgesetz geht davon aus, dass die Interessen des Kindes am besten von seinen Eltern wahrgenommen werden können und garantiert den Eltern das Sorgerecht, also das Recht auf Pflege und Erziehung ihrer Kinder (Art. 6 GG). Auch wenn das Kind im Einzelfall Nachteile erleidet, darf der Staat nicht eingreifen. Erst wenn das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes gefährdet ist, kann das Familiengericht Maßnahmen auch gegen den Willen der Eltern zum Wohl des Kindes treffen.

Der stärkste Eingriff in das Elternrecht ist die Trennung des Kindes von seinen Eltern. Der Sorgerechtsentzug ist nur unter besonders engen Voraussetzungen möglich, wie das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung vom 29.01.2010 bestätigt hat (Az. 1 BvR 374/09). Kinder dürfen gegen den Willen der Sorgeberechtigten nur von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen. Das elterliche Fehlverhalten muss ein solches Ausmaß erreichen, dass das Kind bei einem Verbleiben in der Familie in seinem körperlichen, geistigen oder seelischen Wohl nachhaltig gefährdet ist ...

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