"Mein Name ist Hase, ich weiß von nix"

... war die Antwort des Justizbediensteten auf meine Frage, ob mein Mandant schon vorgeführt sei. Vielleicht könne mir das Frau XY sagen. Es könne aber sein, dass die gerade nicht da ist. "Das fängt ja gut an", war mein Gedanke, aber ich war ja auch etwas zeitig bei dem kleinen Amtsgericht in NRW eingetrudelt. Zur Vorgeschichte: Mein Mandant verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe und bei ihm wurde routinemäßig die Zelle kontrolliert. Man fand "2 Brocken Haschisch". Diese Brocken waren eher Krümel, denn sie wiesen ein Gesamtgewicht von 0,1952 Gramm auf (reicht das überhaupt für einen Joint?). Weil Drogen in JVA ja gaaaaaaanz böse sind, wurde Anklage erhoben. In der ersten Verhandlung konnte ich weder die junge Richterin noch den erfahrenen Staatsanwalt davon überzeugen, dass man bei so einem Fussel die Kirche im Dorf lassen und das Verfahren einstellen sollte. Voller Sendungsbewußtsein für eine bessere Welt und Abschreckung im Allgemeinen wurde mein Mandant zu einem Monat Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Bei der Urteilsabfassung machte sie allerdings so viel falsch, dass das OLG dieses Urteil (mit deutlichem Widerwillen) aufheben musste. Heute dann der erneute Anlauf. Pünktlich zur Terminsstunde ging ich in den Saal, eine andere Richterin und ein anderer Staatsanwalt saßen bereit ...Zum vollständigen Artikel


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