Beraterhaftung: Bundesgerichtshof entscheidet zur Aufklärungspflicht von freien Anlageberatern

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass AWD-Berater in der Regel nicht ungefragt über die Tatsache aufklären müssen, dass sie für die Vermittlung bestimmter Anlageprodukte Provisionen von Seiten der Anlagegesellschaft erhalten. Die Richter waren der Auffassung, dass freie, bankunabhängige Anlageberater nicht den gleichen Aufklärungspflichten unterliegen wie Banken. Anleger müssen also nachfragen. Die Problematik von Zuwendungen an Anlageberater ist nach wie vor ein Dauerthema für Gerichte, wie das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 15.04.2010 zeigt. Ein Ehepaar war eine Beteiligung am Falk-Fonds 75 eingegangen, welche ihnen durch einen AWD-Berater empfohlen wurde. Die Eheleute klagten wegen fehlerhafter Anlageberatung gegen den AWD. Sie machten unter anderem geltend, der Berater hätte sie über die Tatsache und Höhe von Provisionen aufklären müssen, welche er von der Anlagegesellschaft erhält. Die Karlsruher Richter teilten diese Auffassung nicht. Zwar müsse eine Bank, die einen Kunden über Kapitalanlagen berät und Fondsanteile empfiehlt, den Kunden über verdeckte Rückvergütungen aufklären, um ihm einen insoweit bestehenden Interessenskonflikt offenzulegen. Diese Rechtsprechung sei jedoch nicht auf freie, bankunabhängige Anlageberater übertragbar. Das Verhältnis zwischen einer Bank und ihren Kunden sei in der Regel auf Dauer angelegt, die Bank verdiene im Rahmen dieser dauerhaften Geschäftsbeziehung an verschiedenen Stellen Provisionen und Gebühren ...Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK