M.I.A. Born Free – Protest, Kommerz und Cultural Criminology

Seit zwei Tagen ist auf der Videoplattform Vimeo ein Musikvideo der britischen Sängerin M.I.A. (Mathangi Arulpragasam) zu sehen. Das Video zu dem Song “Born Free” wurde seither fast 300.000 Mal aufgerufen. Die Popularität verdankt der Clip (vermutlich) weniger dem musikalischen Arrangement als vielmehr der visuellen Umsetzung an sich. Im 9-minütigen Filmclip sind vermummte, amerikanische Polizei-/Militärkräfte zu sehen, die mit äußerster Gewalt in Wohnungen eindringen, Bewohner zusammenschlagen und rothaarige Jungen und Männer zusammentreiben. Diese werden in einem Polizeitransporter in die Wüste gefahren, dort verhört und schließlich exekutiert.

Click here to view the embedded video.

Die vom Regisseur Romain Gavras (der bereits bei dem umstrittenen Musikvideo Stress der Band Justice Regie führte) perfekt inszenierte Parabel ist ohne Zweifel als eine Form politischen Protestes zu interpretieren. Die Abzeichen auf den Uniformen der Aggressoren identifizieren die Polizisten als Amerikaner; eine naheliegende Interpretation wäre eine Analogie zum staatlichen Vorgehen gegen afghanische, irakische oder generell muslimische Männer zu ziehen (man denke an das jüngst durch WikiLeaks veröffentlichte Video “Collateral Murder”, in dem amerikanische Kampfhubschrauber scheinbar wahllos auf irakische Zivilisten feuern). In einer weitergehenden Interpretation obliegt es dem Assoziationsvermögen des Betrachters, die rothaarigen Menschen, die im Videoclip gezeigt werden, durch eine beliebige andere gesellschaftliche Minderheit zu ersetzen, die zu folk devils erklärt wird. (Dass der Veröffentlichungstermin des Videos nahezu mit der Verabschiedung einer Gesetzesnovellierung im Bundesstaat Arizona zusammenfällt, durch die illegale Einwanderer kriminalisiert werden, ist vermutlich Zufall ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste.
Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK