Ömer macht aus Aleem Stück für Stück einen Terrorist

Koblenz, Tag 3 des Teilgeständnisses von Ömer Ö. Der Tag stand für die Verfahrensbeteiligten ganz im Zeichen von Beratungen - und für die Zuschauer war er mehrfach eine Geduldsprobe. Doch wer aushielt, bekam spannende Momente und Stück für Stück neue Erkenntnisse geboten. Das Verfahren in Koblenz steht am Scheideweg, so scheint es. Und das hat sich offenkundig herumgesprochen: Neben den üblichen Beobachtern des Verfahrens saßen heute zwei weitere Kriminalbeamte im Zuschauerraum. Einer aus Rheinland-Pfalz, der seit Jahren ein guter Kenner des Falls Aleem N. ist - und ein Beamter des BKA, der “einschlägige” Vorerfahrungen aus dem Düsseldorfer Sauerland-Verfahren mitbringt.

Der Verhandlungstag begann schon mit Verzögerung: Beide Verteidiger-Teams hatten Gesprächsbedarf angemeldet. Doch mangels einer zweiten Zelle mit Trennscheibe beriet sich Sermet I. mit seinen Verteidigern im Verhandlungssaal - was selbst einen lang gedienten Justizbediensteten zu einem ungläubigen Kopfschütteln brachte. Als es dann los ging, bekundete Ömer, er habe sich seit vergangenem Dienstag gut vorbereitet, habe schriftliche Aufzeichungen dabei und wolle nach bestem Wissen weitere Angaben machen. “Ich habe versucht, mich an jedes Detail zu erinnern -schau’ mer Mal!”, sagte er mit einem leichten Ömer-Lächeln - das heute nicht allzu oft von ihm kommen sollte.

Zunächst wolle er ein paar Sätze zu einigen Behauptungen von Yannick sagen, begann Ömer. So habe Yannick ja behauptet, er, Ömer, habe “Stinger”-Raketen (tragbare Boden-Luft-Raketen) in Europa für Al Qaida in Afghanistan besorgen wollen. Das sei falsch und aus verschiedenen Gründen absurd. ”Es ist wie Kokain von Deutschland nach Kolumbien schmuggeln”, argumentierte Ömer in kaum zu überbietender Logik. Ebenso sei die Vorstellung absurd, er habe Pistolen in größeren Mengen besorgen wollen ...

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